#07621
Am 23.11.09 schrieb Henrik Rotsolk
Lieber Bodo, wir kommen gerade ziemlich beseelt aus dem Schloßparktheater und durften einen ebenso humor- wie ansprungsvollen Abend von und mit Dir erleben. Wir malen uns gerade aus, wie wir in fünf Jahren am 1. Weihnachtsfeiertag im Fernsehsessel hocken und uns Deine "Platin-Edition" der Sophokles-Trilogie reinziehen :-) ... Aber mal im Ernst, die "Antigone" drängt sich doch geradezu für eine Fortsetzung auf, oder!? Schön, dass es solche Kunst gibt! Und bis zur Fortsetzung behelfen wir uns gerne mit den "restlichen" Programmen und sehen Dich im Februar und Juni bei den Wühlmäusen. Wir freuen uns schon sehr! Danke und bis dann - Gruß aus Steglitz.




#07618
Am 23.11.09 schrieb Silene
ödipus soll wirklich wie ein film aussehen? aber es ist doch gerade der reiz daran, dass man sehen kann, wie bodo "sich verwandelt", aus publikumsperspektive, wie man es im theaterstück sehen kann. hoffentlich wird da zwischen den rollenwechseln jetzt nicht zu viel hin- und hergeschnitten. in den videoausschnitten die ich kenne finde ich nämlich die rollenwechsel am besten, bei denen es keinen wechsel der kameraeinstellung dazwischen gibt. sonst geht doch irgendwie der "witz" einer ein-mann-show verloren, oder?
na, ich bin trotzdem sehr gespannt und werde mir auf jeden fall die dvd kaufen :).


Bodo und sein Team schreiben dazu:
Hallo Silene,
Du triffst des Pudels Kern und die größte Herausforderung an dieser Arbeit: die goldene Mitte zu finden. Denn natürlich hast Du Recht: es ist großartig, wie Bodo die Rollen wechselt! Und das zu sehen macht einen Reiz des Theaterstücks aus.
Und doch bringen mich zwei Dinge dazu, es genau so machen zu wollen, wie ich es mache:
1. ist es auch grandios, Bodo bei einer sehr gut geschriebenen, toll gespielten, intensiv erlebten und für die Charaktere existentiellen Szene zuzusehen, ohne daß die "Authentizität" der einzelnen Figur jedes Mal durch den Wechsel in die andere unterbrochen wird. Unsere Sehgewohnheit vom Film spielt uns bei einem Umschnitt nämlich einen Streich: natürlich nehmen wir an, daß die andere Figur, die nach dem Schnitt im Off ist, immer noch da ist und von der gerade sichtbaren angesprochen wird. Dahingegen wenn ich sehe, wie dieser Schauspieler "weggeht", weil er in die andere Rolle wechselt, bleibt mir diese Illusion nicht. Da entscheide ich mich als Regisseur dieser DVD dann für die Intensität das Dialogs und nicht die "Echtheit" der Theaterabbildung. Ich finde das spannender.
An anderer Stelle ist der Wechsel spannender als das Spiel, oder es ist einfach mal dran, zu zeigen, wie genial Bodo diese Wechsel hinbekommt. Dann zeige ich sie auch!
2. funktioniert Theater anders als Film. Es gibt wahrnehmungspsychologische Untersuchungen (neben Jahrhunderten von Theatererfahrung), die belegen, daß bestimmte Handlungen (nicht nur auf der Bühne) vom Menschen beim Sehen quasi weggeblendet werden. Das fängt damit an, daß Du beim Schwenken Deines Kopfes z.B. gar keinen wirklichen "Schwenk" im Filmsinne machst, bei dem also alle Bilder zwischen Start und Ziel der Bewegung zu sehen sind, sondern tatsächlich von Start zu Ziel schneidest, Dein Gehirn blendet den Zwischenteil aus. Das gleiche gilt für Gänge auf der Bühne! D.h. die Wechsel werden im Theater nicht immer als solche wahrgenommen, wohingegen das im Film immer passiert, zumal ich dort alles viel mehr im Detail sehe. Bodo spricht das Gegenüber an, dann senkt er den Blick (der Kontakt zum Gegenüber reißt also ab), um auf die andere Position zu wechseln und dabei nicht zu stolpern. Das sehe ich in einer Nahaufnahme, kann also gar nicht anders als wahrzunehmen, daß hier ein Bruch stattfindet.
Insofern ist der unternommene Schnitt hier die konsequente Umsetzung der Theaterwahrnehmung ins Filmmedium.
Und wie ich schon sagte: wo's für die Handlung wichtig ist, daß man den Wechsel sieht, oder wo's einfach nur besonders spektakulär ist, zeigen wir den Wechsel auch!
Ich hoffe, ich konnte Dich überzeugen, und falls nicht, dann tun das vielleicht die Ausschnitte, die wir demnächst in einem kleinen Video veröffentlichen wollen.
Alles Gute!
Sven




#07506
Am 30.10.09 schrieb Rike
Lieber Bodo, vielen Dank für das tolle König Ödipus-Programm gestern in Aschaffenburg. Du hast das unglaublich gut gemacht, wir hatten sehr viel Spaß!
Gute Besserung und nächstes Mal lassen wir uns unsere Karten dann signieren :-)